Vorgefühlt: „Wolf unter Wölfen“ – Oper mit zeitübergreifender Relevanz

Der Rechtsruck und die Risse in der Gesellschaft erinnern den deutsch-dänischen Komponisten Søren Nils Eichberg an die politische Situation in der Weimarer Republik. Deshalb sieht er in Hans Falladas Roman „Wolf unter Wölfen“ viele Parallelen zur Gegenwart. Für das Theater Koblenz hat er auf der Grundlage des Klassikers der Neuen Sachlichkeit, den Fallada 1937 schrieb, eine Zeitoper komponiert. Die Gratwanderung, Geschichte und Gegenwart in der Musik zu verbinden, reizt den Künstler, der mit seiner Familie in Berlin lebt. Im Interview spricht der 46-Jährige über die spannende Zusammenarbeit mit dem Theater Koblenz und über den Reiz, mit dem Librettisten John von Düffel und mit dem Regieteam ein Auftragswerk zu entwickeln.

Søren Nils Eichberg – Wolf unter Wölfen
Foto: Nava Navaee
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Vorgefühlt: „Haus mit 14 Räumen“ – Mal modern, mal klassisch

Tanz heißt in Koblenz in der Regel Ballett, in modernen Varianten zwar, aber immer noch Ballett. Mit „Haus mit 14 Räumen“ zeigt jetzt aber Gastchoreografin Regina van Berkel eine radikal zeitgenössische Tanzvision. Auf die sich nicht nur das Publikum einlassen muss, sondern auch die Tänzerinnen und Tänzer. Darunter Lisa Gottwik, die sich durch große Rollen in „Der Besuch der alten Dame“ und „Lulu“ während der vergangenen Jahre zu einer Stütze des Koblenzer Ensembles entwickelt hatte.

Lisa Gottwik
Foto: Arek Głębocki
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Vorgefühlt – „Ein Schaf fürs Leben“: Neuzugang Kaspar Weith stellt sich vor

Diese Premiere wird etwas Besonderes: Mit „Ein Schaf fürs Leben“ inszeniert Alexander Ourth am 24. Oktober auf der Probebühne 2 erstmals ein reines Puppentheater. Zudem führt Luisa Grüning ihre Figuren zum ersten Mal in einem Kinderstück. Kaspar Weith erlebt zudem seine erste Premiere auf der Probebühne 2 des Theaters, nachdem er schon im Bundesarchiv in „Welcome to Paradise lost“ in Koblenz debütierte. Beim Probenbesuch sprechen wir mit ihm über die Welt des Puppentheaters – über Stärken und Schwächen.

Kaspar Friedrich Weith ind Ein Schaf fürs Leben
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Vorgefühlt: „Der kaukasische Kreidekreis“ – Alle Macht der Zuneigung

In den Wirren der Revolution lässt die Gouverneursfrau ihr kleines Kind zurück. Magd Grusche zieht den Säugling auf, und als die leibliche Mutter zurückkehrt, muss Richter Azdak entscheiden, wer das Baby behalten darf. Azdak zeichnet mit Kreide einen Kreis auf den Boden: Die beiden Frauen sollen den Säugling packen, und wer ihn aus dem Kreis zerrt, der sei die Mutter … Soweit ist Bertolt Brechts 1948 uraufgeführtes Drama „Der kaukasische Kreidekreis“ bekannt. Aber was hat das Stück heute noch zu sagen? Regisseurin Esther Hattenbach, Dramaturg Sebastian Schulze Jolles und der Musikalische Leiter Johannes Bartmes diskutieren.

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„Don Giovanni“: Haruna Yamazaki, unsere andere Zerlina

Eine Oper von zwei Männern über einen Mann und wie er die Welt sieht – das ist „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart und Lorenzo da Ponte. In unserem Blog allerdings, mit dem wir den Probenprozess begleiten, werden wir ausschließlich die Frauen dieser Oper betrachten. In dieser Folge: das Bauernmädchen Zerlina, gesungen von der japanischen Mezzosopranistin Haruna Yamazaki.

Haruna Yamazaki
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