Vorgefühlt: „Nabucco“ – Große Oper in Zeiten der Pandemie

Giuseppe Verdis „Nabucco“ findet statt. Was so normal klingt, ist alles andere als das. Denn das Corona-Virus hat die Theater ordentlich durcheinander gewirbelt. Auch in Koblenz. Trotzdem ist auf der Festung Ehrenbreitstein vom 11. bis zum 19. Juli eine große Oper live zu sehen und zu hören – mit Solisten und Statisten, Chor und Orchester. Wie so ein Abend in diesen Monaten überhaupt Realität werden konnte, hat uns Intendant Markus Dietze erzählt. Ein Interview.

Nabucco Schlussbild
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Vorgefühlt: „Maria“ – Post-Punk in Lahnstein

Eine ehemalige Getreidemühle mit Kesselhaus und Speichern vor den Toren der Stadt. Leere Lagerhallen und verwaiste Umschlagplätze unter blauem Himmel, dazu ein Opernchor, eine fünfköpfige Band, Schauspieler und ein Regieteam: Auf einem verlassenen Industriegelände in Lahnstein dreht Regisseur Markus Dietze heute einen Teil seines „Maria“-Films. Genauer gesagt: ein Musikvideo, das in seiner Inszenierung dieses Schauspiels eine wichtige Rolle spielen wird. Wir waren am Set zu Besuch.

Außendreh in Lahnstein
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Vorgefühlt: „Nicht mit dir und nicht ohne dich“ – Ach, Berührungen!

Das Ballett geht ins Netz: Die letzte Spartenpremiere ist „Nicht mit dir und nicht ohne dich“, eine 15-teilige Choreografie zu Bachs Goldberg-Variationen, die ab 28. Juni auf stream.theater-koblenz.de zu sehen sein wird. Ein Experiment. Ballettdirektor Steffen Fuchs ist gespannt, immerhin: „Reglementierungen, Verknappungen und Verengungen heben den kreativen Geist ungemein.“

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Vorgefühlt: „Maria“ – Glaube, Liebe, Hoffnung in digitaler Zeit

Das Schauspiel „Maria“ des britischen Dramatikers Simon Stephens erzählt von einer 18-Jährigen, die versucht, einen Platz im Leben zu finden. Suchend irrt sie durch ihre Stadt, schwanger ist sie zudem. Ihre Herberge, in der sie gebären wird – das örtliche Krankenhaus –, hat sie allerdings bereits ausgemacht. Einerseits ist das Stück also eine Art modernes Mysterienspiel: Maria ohne Josef. Andererseits aber auch unglaublich tagesaktuell, weil es wie für unsere Corona-Zeit geschrieben zu sein scheint. Denn fast jeder Mensch in „Maria“ sucht Nähe und Kontakt – doch alles, was er bekommt, sind Abstand und Distanz. Da passt es gut, dass ohnehin mit ausgefeiltem Hygienekonzept und Mund-Nasen-Bedeckung geprobt werden muss. Die Wirklichkeit hat die Fiktion überholt – das ist das erste, was beim Probenbesuch deutlich wird.

Maria Dreh – Foto: Matthias Baus
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Ein bisschen Alltag in außergewöhnlichen Zeiten

Studienleiter Karsten Huschke im Gespräch mit Anja Merfeld, Grafikerin und Social Media-Beauftragte am Theater Koblenz

Für unser Interview treffen wir uns auf der Probebühne 4 im Neubau des Theaters Koblenz. Die Bühne ist wie leergefegt. Ein ungewöhnlicher Anblick. Bühnenbildelemente, Requisiten und Kostüme von der Produktion „Vor Sonnenaufgang“ sind von einem auf den anderen Tag verschwunden. Die Bühnentechniker haben ganze Arbeit geleistet, kurz nach der offiziellen Absage der Produktion durch die Theaterleitung. Nur der Flügel und die Stuhlreihen, in denen das Publikum normalweise Platz nimmt, stehen verloren im Raum. Wir versuchen es uns irgendwie gemütlich zu machen, schieben Stühle durch die Gegend und lassen uns dann ungewöhnlich weit auseinander nieder. So ist das nun einmal in außergewöhnlichen Zeiten.

Karsten Huschke während einer Probe im Oberen Foyer
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